Me, ready for space 1996

Wohin ich auch gehe

mein verdrossenes Ich

begleitet

und verdirbt mir jede epische Stimmung

auch wenn ich an den Ort

jenseits von richtig und falsch reise

wo wir uns treffen

ich und mich.

Moderner Knecht 1995

Ich bin schlecht

multipliziert

mit

ich mach es dir recht

ist

gleich

du magst mich

vermeine

ich

in der Aura ländlicher non-chalance

als moderner Knecht.

Die postmoderne Erlösungsgeschichte 1995

Die Marionette der Authentizität glaubt an die postmoderne Erlösungsgeschichte

Die Verschmähung

der zwanghaften Selb- stverwirklichung ist das stärkste Bekennt- nis zu mir selbst

und doch schallt

die Frage aus dem Hinterhalt: Wie würde ein Leben aussehen, das zu mir passt?

BILDER

Die Gabe des Anderen 2001

Die Gabe

den Anderen auf seine Andersheit hin erfahren

dem Verlieren des Selbst im anderen

folgt

die Rückkehr zu sich und

ist

die gewichtige Gabe des Anderen

sich loszuwerden

um sich dann selbst

zu finden

gewachsen

erhoben

Würde tragend.

Are you a good bitch or bad bitch? 2001

Gutfrauen langweilen mich

Ich lege dir

das Kostüm

um

und heute

spielst du den Missetäter

damit ich ein guter Mensch sein kann

von moralischer Entrüstung

verführt

kurz aufblitzende

Spannung durch die Lücke

zwischen Vergnügung und Verwerfung

komplementär

monogam

als Option

keine selbstverständliche

eine unter vielen, selbstverständlich.

Das senkrechte Lächeln 2011

Das Luxieren vom Notwendigen lässt die Seele erblühen und uns nach Hermenteutik dürsten.

Die besten Gedanken kommen beim kopflosen Flanieren. 2017

What you are longing for is always a feeling 2018

Relativität. Am Ende: Die Bedeutungslosigkeit menschlicher Bestrebungen 2018

Relativität, flanierend. Am Ende: Die Bedeu- tungslosigkeit menschlicher Bestrebungen 2018

Der Wanderer als Flaneur

kennt weder Grund noch Ziel

sucht sich selbst

in anderen

während

der Geher als Ethnograph

andere studiert

beim Streifzug

und sein Leben

dadurch

bereichern vermag.

Anders.Woanders. 2018

Reisen als Hebammen erhabener Gedanken innerhalb neuer Ort inmitten ungeahnter Erkenntnisse. Und manche Gedanken kommen mir unwürdig vor in Relation zur Erhabenheit der Felsen und Volatilität der Wolken.

Vom Aussergewöhnlichen zum Alltäglichen: Man muss in Liebesdingen die Verschiedenartigkeit des Anderen ertragen 2018

Hoppereskes

Einsamkeit ist am grausamsten, wenn sie sich vor dem Hintergrud von Lachen und Geselligkeit kontrastreich entfaltet. Nichtzugehörigkeit tarnt sich als Einsamkeit und entpuppt sich als Alleinsein.

Wer reicht ihm das Wasser? 2018

Liebe hat eine Macht

die jede Intelligenz beleidigt

jedem freien Willen hohnspricht

uns demütig

in Minderwertigkeit fallen lässt

angesichts der Vollkommenheit des geliebten Menschen

rein intellektuell widerstandsfähig

rein kulturell ausgeliefert

ohnmächtig

macht nichts.

Empfänglich reisend lieben 2018

Die Gefahr beim Reisen ist,

Dinge zu einer Unzeit zu sehen.

Das heißt bevor wir die nötige Empfänglichkeit dazu hatten.

Genauso ist es in der Liebe.

Der Triumpf des unvollkommenen Wesens 2018

Es ist einfacher

einen Spielgefährten zu finden

als ihn

und seine Verschiedenheit

zu ertragen

und von ihm

in aller Entschiedenheit

ertragen zu werden.